Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[14]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[14]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Hilft Cannabis beim Ein- und Durchschlafen?
Das ist nicht sicher belegt. Der Cochrane-Review von 2026 fand im Vergleich zum Scheinmedikament möglicherweise keinen oder nur einen geringen Effekt auf Schlafqualität und Schlafdauer.[1] Etwas besser sind die Daten bei Menschen, deren Schlaf durch chronische Schmerzen gestört ist.[3]
Ist CBD ein gutes Schlafmittel?
Dafür gibt es keine Belege. In einer Auswertung von 2025 zeigte reines CBD keinen Effekt auf die Schlafqualität.[8] CBD kann außerdem den Abbau anderer Medikamente in der Leber verändern.[12]
Macht Cannabis weniger abhängig als Schlaftabletten?
Einen direkten Vergleich bei älteren Menschen gibt es nicht. Auch bei Cannabis besteht die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit.[4] Die Leitlinie rät davon ab, klassische Schlafmittel wie Benzodiazepine über lange Zeit einzunehmen.[2]
Was hilft bei Schlafstörungen im Alter am besten?
Am besten belegt ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie. Die Leitlinie empfiehlt sie als erste Behandlung, auch bei Begleiterkrankungen.[2] Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis nach diesem Angebot.
Übernimmt die Krankenkasse Cannabis bei Schlafstörungen?
Die Krankenkasse kann Cannabis-Arzneimittel nur bei einer schwerwiegenden Erkrankung übernehmen, wenn eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder nicht in Frage kommt. Cannabisblüten zahlt sie seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr.[14] Für Insomnie steht mit der Verhaltenstherapie eine geprüfte Behandlung bereit.[2]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie seit Wochen schlecht schlafen und tagsüber erschöpft sind. Oft steckt eine behandelbare Ursache dahinter, zum Beispiel Schmerzen, ein Medikament oder eine Depression. Gemeinsam lässt sich klären, welche Behandlung zuerst sinnvoll ist. Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, damit Wechselwirkungen auffallen.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.