Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[5]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[5]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Kann Cannabis den Knochenschwund aufhalten?
Dafür gibt es keinen Beleg. Hinweise auf eine Wirkung am Knochen stammen aus Labor- und Tierversuchen, beim Menschen ist ein Zusammenhang unklar.[2]
Bringt CBD etwas bei Osteoporose?
Zu CBD bei Osteoporose gibt es keine kontrollierten Studien. In einer großen Übersicht zu chronischen Schmerzen zeigte CBD allein keine Wirkung auf die Schmerzen.[15]
Erhöht medizinisches Cannabis die Sturzgefahr?
Schwindel und Müdigkeit gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Das BfArM weist darauf hin, dass dies bei Älteren die Sturzgefahr erhöhen kann.[3] Bei Osteoporose ist das besonders wichtig, weil ein Sturz leicht zu einem Bruch führt.
Schadet Cannabis den Knochen?
In einer Beobachtungsstudie zu Freizeitkonsum hatten Menschen, die viel Cannabis rauchten, eine geringere Knochendichte.[9] Ob das für eine ärztlich begleitete Therapie gilt, ist offen.
Bezahlt die Krankenkasse Cannabis bei Osteoporose?
Cannabisblüten bezahlen die gesetzlichen Kassen seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr. Extrakte sowie Dronabinol oder Nabilon können sie bei einer schwerwiegenden Erkrankung übernehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und die Kasse vorher zustimmt.[5]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn Schmerzen nach einem Knochenbruch trotz Behandlung stark bleiben. Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, auch frei verkäufliche. Fragen Sie nach Nutzen, Nebenwirkungen und Sturzgefahr, und danach, was Sie selbst tun können, um Stürze zu vermeiden.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.