Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[11]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[11]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Hilft Cannabis bei Nervenschmerzen?
Bei einem Teil der Betroffenen zeigte sich in Studien eine kleine zusätzliche Linderung. Die aktuelle Cochrane-Übersicht hält den Unterschied zu Placebo aber für klinisch nicht bedeutsam.[1]
Ist THC oder CBD besser bei neuropathischen Schmerzen?
Am ehesten zeigten Präparate mit THC und CBD zu gleichen Teilen einen kleinen Vorteil. Für reines CBD fand sich kein klarer Effekt, für überwiegend THC kein klarer Nutzen bei deutlich mehr Nebenwirkungen.[1]
Welche Nebenwirkungen sind im Alter wichtig?
Vor allem Schwindel, Schläfrigkeit und Müdigkeit, weil sie das Sturzrisiko erhöhen.[3] Dazu kommen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.[7]
Kann ich Pregabalin oder Amitriptylin durch Cannabis ersetzen?
Ändern Sie Ihre Medikamente nie eigenmächtig. Ob Cannabis zusätzlich oder statt eines Mittels in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Fachgesellschaften sehen Cannabis eher als Ergänzung, wenn andere Mittel nicht reichen.[9]
Bezahlt die Krankenkasse Cannabis bei Nervenschmerzen?
Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können die gesetzlichen Kassen Extrakte, Dronabinol oder Nabilon übernehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Cannabisblüten zahlen sie seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr.[11]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn Nervenschmerzen Sie trotz Behandlung stark belasten. Gemeinsam können Sie klären, ob die bisherigen Mittel ausgeschöpft sind und ob ein Versuch mit Cannabis in Ihrem Fall vertretbar ist. Für eine genauere Abklärung kann eine neurologische oder schmerzmedizinische Praxis sinnvoll sein.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.