Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[16]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[16]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Kann Cannabis bei COPD die Atmung erleichtern?
Das ist nicht belegt. In kleinen kontrollierten Studien mit verdampftem Cannabis und mit Dronabinol wurde die Atemnot nicht geringer als unter einem Placebo.[2][3] Eine weitere Studie aus Dänemark läuft noch.[5]
Wirkt CBD bei COPD gegen Entzündungen?
Für Menschen mit COPD gibt es keine Studie, die einen Nutzen von CBD zeigt. CBD berauscht nicht und führte in Studien mit älteren Erwachsenen nicht häufiger zu Nebenwirkungen als ein Placebo.[11] Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei Cannabis-Arzneimitteln trotzdem möglich.[13]
Darf ich mit COPD Cannabis rauchen?
Davon ist abzuraten. Rauch reizt die Atemwege, und ärztliche Leitlinien empfehlen inhaliertes Cannabis für medizinische Zwecke nicht.[9] In einer Bevölkerungsstudie zum Freizeitkonsum ging starkes Cannabisrauchen mit einem schnelleren Verlust an Lungenfunktion einher.[8]
Ist Cannabis bei COPD gefährlich?
Bei älteren Menschen mit COPD, denen Nabilon oder Dronabinol verordnet wurde, war das Sterberisiko in einer kanadischen Beobachtungsstudie etwa 1,6-fach höher. Ob die Medikamente die Ursache sind, ist nicht bewiesen.[6] Hinzu kommen bekannte Nebenwirkungen wie Schwindel, Schläfrigkeit und Stürze.[11][12]
Bekomme ich bei COPD Cannabis auf Rezept?
Eine Ärztin oder ein Arzt kann medizinisches Cannabis bei einer schwerwiegenden Erkrankung verordnen, wenn übliche Behandlungen nicht in Frage kommen. Die gesetzliche Krankenkasse muss vor der ersten Verordnung in der Regel zustimmen. Cannabisblüten bezahlt sie seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr.[16]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder mit Ihrer Lungenfachärztin oder Ihrem Lungenfacharzt, bevor Sie Cannabis oder CBD ausprobieren. Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, auch der frei verkäuflichen. Gemeinsam lässt sich klären, welche Behandlung gegen Ihre Atemnot in Frage kommt und ob Ihre COPD-Therapie angepasst werden sollte.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.