Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[18]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[18]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Ist Cannabis bei Nierenproblemen besser verträglich als andere Schmerzmittel?
Das ist nicht belegt. Vergleichsstudien bei Nierenkranken fehlen.[5] Bei schwerer Nierenfunktionsstörung sind Cannabis-Wirkstoffe in höherer Menge im Blut, deshalb können niedrigere Dosen und enge Kontrollen nötig sein.[11]
Kann Cannabis Juckreiz bei Dialyse lindern?
Ein Nutzen ist nicht belegt. In einer kleinen randomisierten Studie wurde der Juckreiz unter Nabilon nicht geringer.[7] Eine Creme mit Hanfsamenöl zeigte einen kleinen Effekt, enthielt aber kaum Cannabis-Wirkstoffe.[8]
Regt Cannabis bei Nierenerkrankung den Appetit an?
Bei Nierenkranken wurde das nicht untersucht.[5] Bei älteren Menschen mit schlechtem Appetit führte ein THC/CBD-Mundspray in einer kleinen Studie nicht dazu, dass sie mehr aßen.[9]
Schadet Cannabis den Nieren?
Das ist nicht geklärt. Beobachtungsstudien zu selbst berichtetem Konsum zeigen kein einheitliches Bild.[16][17] Bei bestehender Nierenerkrankung sollten die Nierenwerte während einer Behandlung regelmäßig kontrolliert werden.
Bekomme ich bei Nierenerkrankung Cannabis auf Rezept?
Eine Ärztin oder ein Arzt kann medizinisches Cannabis bei einer schwerwiegenden Erkrankung verordnen, wenn übliche Behandlungen nicht in Frage kommen. Die gesetzliche Krankenkasse muss vor der ersten Verordnung in der Regel zustimmen. Cannabisblüten bezahlt sie seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr.[18]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder mit Ihrer Nephrologin oder Ihrem Nephrologen, wenn Schmerzen, Juckreiz oder Appetitmangel Sie belasten. Bringen Sie Ihre aktuellen Nierenwerte und eine Liste aller Medikamente mit. So lässt sich besprechen, welche Behandlung zu Ihrer Nierenfunktion passt und welche Mittel Sie besser meiden.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.