Rezept und Kosten (Stand November 2026)
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. Seit dem 30. Juli 2026 bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine Cannabisblüten mehr. Bei einer schwerwiegenden Erkrankung können sie weiterhin Extrakte in standardisierter Qualität und Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon übernehmen.[17]
Voraussetzung ist, dass eine übliche Behandlung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nicht in Frage kommt und eine spürbare Besserung zumindest möglich erscheint. Zuerst ist ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgesehen. Vor der ersten Verordnung muss die Krankenkasse in der Regel zustimmen. Sie entscheidet innerhalb von zwei Wochen, mit Gutachten innerhalb von vier Wochen.[17]
Cannabisblüten können weiterhin auf Privatrezept verordnet werden. Die Kosten tragen Sie dann selbst.
Häufige Fragen
Kann Cannabis die Entzündung bei Rheuma bremsen?
Das ist beim Menschen nicht belegt. In Laborversuchen wirkte CBD auf Zellen aus entzündeten Gelenken.[19] Ob das bei Betroffenen die Gelenkentzündung bremst, wurde nicht nachgewiesen. Cannabis ersetzt deshalb keine Basistherapie.[9]
Bringt CBD etwas bei Arthrose?
In zwei kontrollierten Studien mit CBD bei Hand- und Knie-Arthrose waren die Schmerzen nicht geringer als mit Scheinmedikament.[4][5] In der Knie-Studie traten mit CBD sogar mehr Nebenwirkungen auf.
Welche Nebenwirkungen hat medizinisches Cannabis bei Rheuma?
In den Rheuma-Studien hatte fast die Hälfte der Teilnehmenden Nebenwirkungen wie Schwindel, Konzentrationsprobleme, Benommenheit oder Übelkeit.[1] Bei älteren Menschen ist vor allem Schwindel wichtig, weil er die Sturzgefahr erhöht.[7]
Kann ich Cannabis zusammen mit meinen Rheuma-Medikamenten nehmen?
Das muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt im Einzelfall prüfen. THC und CBD können den Abbau anderer Medikamente in der Leber verändern, und mit dämpfenden Mitteln verstärkt sich die Müdigkeit.[15] Setzen Sie Ihre Basistherapie nie eigenmächtig ab.
Bezahlt die Krankenkasse Cannabis bei Rheuma?
Cannabisblüten bezahlen die gesetzlichen Kassen seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr. Extrakte sowie Dronabinol oder Nabilon können sie bei einer schwerwiegenden Erkrankung übernehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und die Kasse vorher zustimmt.[17]
Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder Ihrer Rheumatologin oder Ihrem Rheumatologen, wenn Ihre Schmerzen trotz Behandlung stark bleiben. Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen, auch frei verkäufliche. Fragen Sie offen nach Nutzen, Nebenwirkungen und Sturzgefahr und danach, welche anderen Möglichkeiten es für Sie noch gibt.
Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Behandlung mit Cannabis für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer persönlichen Untersuchung.